Kantate «Zwölfischlegel»
‘S chuttet, strubusset um alli Egge,
Bissig trybt d’Bise dir Schnee i ds Gsicht.
Niene e Ort, wo di chasch verdstecke,
niemer däm Unghüür sy Wille bricht.
Die Erzählung «Wi dr Zwölfischlegel Wienecht gfyret het» von Simon Gfeller beginnt in einer klirrend kalten und stürmischen Winternacht im Emmental. Geächtet, hungrig, durchfroren, auf der Suche nach Essen, Licht und menschlicher Wärme ist der alte Schnapsvagabund, den alle aufgrund seiner Erscheinung «Zwölfischlegel» nennen, alleine an Heiligabend unterwegs, bis er, fast durch ein Wunder, an diesem Abend Zuflucht erhält und erstmals in seinem Leben Weihnachten erleben darf.
Eine der bekanntesten Mundart-Weihnachtsgeschichten der Schweiz, die von Einsamkeit, aber auch Wärme und menschlicher Güte handelt, berührt in ihrer sprachlichen Aussagekraft noch heute zutiefst. Sie gilt nicht vergeben als Klassiker der schweizerischen Dialektliteratur.
Der JK Aefligen (gegründet 1941), in dessen Jahresprogram der allseits beliebte Jodler-Obe, das Kirchensingen, der alljährliche Besuch eines Jodlerfestes und weitere Auftritte gehören, wagt sich nach der Kantate «Blüemlisalp», welche im Januar 2023 zur erfolgreichen Aufführung kam, in diesem Jahr an ein neues musikalisches Projekt. Grundlage bildet die Geschichte von Simon Gfeller, gelesen von Esther Gemsch, bekannt als Sprecherin für Hörspiele, Werbung und Synchronisationen und als ausdrucksstarke Schauspielerin in Kino- und Fernsehfilmen/serien («Lüthi und Blanc», «Die Beschatter», «Die Goldenen Jahre»…).
Dazu hat Peter Künzi, unser Dirigent, Lieder und Musik komponiert und zusammengestellt. Musikalisch untermalt wird die Geschichte durch die Volksmusikformation «Ils Fränzlis da Tschlin», erfolgreich unterwegs in versch. Besetzungen seit bald 40 Jahren. Die Gruppe wurde inspiriert durch den blinden Geiger Franz-Joseph «Fränzli» Waser (1858–1895), der im 19. Jahrhundert die Tanzmusik im Engadin massgeblich prägte. Die heutigen «Fränzlis», (Domenic, Anna Staschia, Cristina, Madlaina und Curdin Janett an Klarinette, Geige, Cello, Bratsche und Kontrabass) kombinieren Einflüsse aus Jazz, Klassik und Weltmusik zu einem ganz eigenen, oft augenzwinkernden «Fränzlisound».
Wir freuen uns riesig, Sie im Saalbau Kirchberg oder im Fraumünster Zürich mit der Kantate «Zwölfischlegel» am ersten Adventswochenende 2026 mit Wort und Musik auf die Weihnachtszeit einzustimmen!
Es Zeiche tue, syg’s no so chly,
we’s chlopfet a der Tür;
tue uf, de chasch du offe sy
für d’Wiehnacht töif i dir!